Victoria Hohmann

Künstlerin.

Ausstellung „curricula vitae“

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Liebe Freunde und Kunstliebhaber_Innen!
Ich lade Euch herzlich zur Gemeinschaftsausstellung „curricula vitae“ von Arta Ante und mir @ Lite-haus Galerie ein. Die Vernissage findet am 21. Oktober um 19 Uhr statt.

LiTE-haus Galerie
Mareschstr. 4 – 12055 Berlin

Vernissage: 21. Oktober / 19 Uhr
Finissage: 28. Oktober / 18 Uhr

Infotext zur Ausstellung:

Jeder Mensch ist eine Welt. Er interpretiert sie und die Welt umher. Im besten Falle unaufhörlich, ein
Leben lang. Dieser Auseinandersetzung widmet sich die Ausstellung „curricula vitae“. Natürlich lässt sich nun sagen: Ach, wie nett, wie all-Lall-ollgemein – jedes Bild beschäftigt sich doch mit dem Leben, jedes Buch, jeder Film handeln davon. Unversehens sind wir konfrontiert mit der Essenz der Kunst, der Künste selbst. Sind sie doch nichts, als ein immerwährendes Überdenken, Interpretieren, Spiegeln der Existenz. Es geht immer um alles. Darum lieben wir die Kunst, atmen sie, können nicht von ihr lassen – schließlich wäre es sonst vorbei, mit uns.

Eine Rechtfertigung des Themas ist also hinfällig. Der Gang der Welt, der Lauf der Dinge, die Verläufe des Lebens – immer ist da Bewegung, in dem großen Aquarell. Weltbilder stapeln sich über Weltbilder und werden ab einer gewissen Höhe „Geschichte“ genannt. Weil jeder darin nur eine Spanne zur Verfügung hat, die der eigenen Hand entspricht, und jeder Fingerabdruck bekanntlich einzigartig ist, wird das nicht langweilig. So sehr wir es auch versuchen: Wir wiederholen uns zwar – scheinbarer oder unscheinbarer – aber Langeweile, nein, die kommt nicht auf. Eher zu kurz alles; ständig ist es schon wieder vorbei, vorüber, um die Ecke vergangen, oder auch nicht, weil auch dauernd etwas beginnt, sich ereignet; aus dem Nichts taucht es auf und dann ab und dabei soll man sich in Ruhe verorten, wie bitteschön, kein Plan, Verortung, diese verdammte Crux, im Raum, in der Zeit, global, kontinental, bloß nicht national – da bleib mir vom Leib mit so farbcodierten Auf- und Zuschriften. Im Familienkreis Wurzeln schlagen, das reicht ja im Grunde schon zur Überforderung.

Verortung ist vielleicht sowieso komplexer, kompletter Quatsch wegen der Nichtörtlichkeit und dieser Katze, von der man nicht weiß, ob sie nun oder nicht – auch wenn youtube-Video für youtube-Video unermüdlich versucht wird, den Gegenbeweis zu stemmen. Ich hab sie, ich hab sie – auf allen Kanälen dröhnt es auf einen ein. Dabei hat niemand überhaupt irgendetwas: Der Kaiser keine Kleider, der Bettler sowieso nicht – nur sich selbst hat man. Obwohl: Man teilt sich sich selbst ja mit x Mikroorganismen. Mindestens 1,3 kommen auf eine Körperzelle. Als unendlich dicht besiedelte Planeten spazieren wir durch die Landschaft und starren in die Weiten des Überalls. Die Landschaft nennen wir Europa oder Asien oder Berlin, dabei ist es schlicht und ergreifend nur der Dickdarm oder die Milz oder der präfrontale Cortex eines intergalaktischen Lebewesens in den Wechseljahren und wir sind die Hormone in Aufruhr.

Wie dem auch sei – oder nicht. Über das Wie, das Wo, das Wenn, all die W’s, all die großen Buchstaben, und auch die kleinen nachzudenken, treibt uns um, an – auf der linearen Schiene auch voran. Wir ziehen unsere Kreise sozusagen auf den Bahnen des Stadionrunds unseres Daseins. Daumen hoch und Leinen los. Kopfüber ins kalte Wasser, warm schwimmen, bis wir in Form gebracht sind, wie damals, als Embryo, und es Zeit wird, die Form wieder zu sprengen – oder auch die verlorene Form anzunehmen. Wer weiß, was wir jenseits der Form sind – vielleicht Musik, Farbe. Umso wichtiger, das Diesseits mit den Sinnen zu kosten, unermüdlich zu interpretieren. Bis die Kunst uns gänzlich verschlingt.

Art Kreuzberg

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Das Atelier ist zur „Art Kreuzberg“ am Samstag, den 10. September von 15-20 Uhr geöffnet &

Sonntag, den 11. September von 14-18 Uhr.

Hier könnt Ihr Euch das komplette Programm der „Art Kreuzberg“ als PDF herunterladen:

Programm „Art Kreuzberg“